Bildungsreise Getto Litzmannstadt/Lodz - Vernichtungslager Kulmhof/Chelmno August/September 2019

30.August - 3. September 2019.

 

 

Die Geschichte des jüdischen Gettos in Lodz (von den Nazis Litzmannstadt genannt), sowie das erste Vernichtungslager in Chelmno/Kulmhof stehen im Zentrum dieser Bildungsreise.

Das Getto von Lodz war das erste Großgetto, das die Nazis auf polnischem Boden errichteten, und es hatte am längsten Bestand. Erst im August 1944 wurde es als letztes jüdisches Getto aufgelöst und die bis dahin überlebenden Juden wurden nach Auschwitz deportiert.

In dem etwa 60 Kilometer von Lodz entfernten Dorf Chelmno errichteten die Nazis im Dezember 1941 das erste Vernichtungslager Kulmhof. Hier wurden vor allem die „arbeitsunfähigen“ Juden des Gettos Lodz und des „Reichsgaus Wartheland“ in Gaswagen ermordet.

 

Das voraussichtliche Tagesprogramm:

Freitag, 30.08.2019

Anreise:

Wir reisen mit der Bahn von Berlin nach Lodz. Unser Zug fährt morgens am Berliner Hbf ab. Für die Verpflegung während der Anreise müssen die TeilnehmerInnen selbst sorgen. Abends gibt es ein gemeinsames Essen in Lodz.

Am Abend wird es eine Einführung in das Reiseprogramm und in die Geschichte des Gettos Litzmannstadt geben.

Samstag, 31.08.

Wir bewegen uns auf dem Gebiet des ehemaligen Gettos, und suchen Orte auf, die für bestimmte Aspekte der Gettogeschichte repräsentativ sind.

Im Besonderen beschäftigen wir uns mit den Menschen, die im Getto gefangen waren. Wie bewältigten sie ihr Leben unter den grausamen Umständen? Was konnten sie dem Gettoalltag entgegen setzen? Welche kulturellen, politischen, religiösen Aktivitäten gab es? Im Zentrum steht dabei besonders auch die Rolle des Judenrates unter Chaim Rumkowski, des jüdischen Ordnungsdienstes unter der Leitung von Leon Rozenblat, sowie der „Sonderabteilung“ unter Dawid Gertler.

Auch mit den Tätern werden wir uns auseinandersetzen, und hier besonders mit dem deutschen Gettoverwalter Hans Biebow, dem es in Zusammenarbeit mit dem „Judenältesten“ Rumkowski gelang, das Getto zu einem für die Wehrmacht attraktiven Rüstungsbetrieb zu machen und es somit bis August 1944 zu erhalten. Wie war sein Verhalten gegenüber den Juden? Was waren seine Motive?

Am Nachmittag wird Zeit zur Verfügung stehen zur individuellen Besichtigung der Stadt Lodz.

Sonntag, 01.09.

Auch am zweiten Tag bewegen wir uns durch das ehemalige Getto. An diesem Tag werden wir uns besonders mit der Zeit der Deportationen in die Vernichtungslager beschäftigen.

Welche Entwicklungen führten zu den Vernichtungsaktionen der deutschen Täter? Wie reagierten die jüdische Bevölkerung und die jüdische Verwaltung im Getto? Was wussten die Menschen über die Vernichtung zu unterschiedlichen Zeitpunkten? Wie war das Schicksal der 5.000 ins Getto deportierten burgenländischen Roma? Welchen Widerstand gab es im Getto?

Abschließend besuchen wir den ehemaligen Verladebahnhof Radegast – von dort gingen die Deportationszüge nach Chelmno und nach Auschwitz – sowie den jüdischen Friedhof, auf dem über 40.000 Opfer des Gettos begraben sind.

Montag, 02.09.

Mit dem Bus fahren wir nach Dobra (bei Turek).  Leon Weintraub  ist es zu verdanken, dass es hier wieder einen jüdischen Friedhof und einen würdigen Erinnerungs-Ort gibt.

Danach führt uns unser Weg in das kleine Städtchen Kolo/Wartbrücken. Auch hier existierte ein jüdisches Getto. Deren Bewohner gehörten zu den allerersten Opfern des nahegelegenen Vernichtungslagers Chelmno. Wir versuchen den (Leidens-)Weg der Opfer bei ihrer Deportation nach Chelmno nachzuvollziehen.

In Chelmno besichtigen wir den Ort, in dem das „Schloss“ stand. Hier wurden die ankommenden Menschen in Gaswagen ermordet. Hier lebten auch die Täter des Mordkommandos.

Danach fahren wir zur Gedenkstätte im ehemaligen „Waldlager“. Dort wurden die Leichen der Ermordeten vergraben, später in primitiven Krematorien verbrannt.

Nach unserer Rückkehr in unser Hotel in Lodz findet abschließend eine Reflexions- und Diskussionsrunde statt.

Dienstag, 03.09.

Rückreise mit der Bahn nach Berlin.

 

Organisatorisches:

Anreise

Es wird eine gemeinsame An- und Abreise per Bahn von Berlin nach Łódź organisiert. Die Kosten dafür sind nicht im Teilnehmerbeitrag erhalten. Zeiten und Preise werden später veröffentlicht. Natürlich ist es auch möglich, seine Anreise privat zu organisieren.

Krankenversicherung, Reiseversicherung

Die Teilnehmer der Bildungsreise sind vom Veranstalter nicht krankenversichert und nicht reiseversichert.

Unterbringung

Wir wohnen in Łódź im Hotel Grand. Dieses liegt in der Łódźer Prachtstraße Piotrkowska.

Verpflegung

Im Hotel erhalten wir Frühstück und Abendessen. Die Teilnehmer werden gebeten, sich mittags (und auch während der Anreise und Rückfahrt) selber zu verpflegen (was in Łódź in den vielen Läden, Supermärkten und preisgünstigen Restaurants auch problemlos möglich ist).

Teilnehmerbetrag

Der Teilnehmerbeitrag beträgt 330,00 € (bei Unterbringung im Doppelzimmer).

Der Preisaufschlag für ein Einzelzimmer beträgt 90,- €.

Im Teilnahmebeitrag enthalten sind Übernachtung, Frühstück, Abendessen, Busfahrten, Straßenbahnfahrten, Kosten für Führungen, Eintritt, etc.

Der Teilnehmerbeitrag muss bis zum 01. Juli 2018 überweisen werden:
Bildungswerk Stanislaw Hantz e.V.,
IBAN DE88 5205 0353 0001 0713 71
BIC HELADEF1KAS

Teilnehmer

Die Teilnehmerzahl für die Reise beträgt mindestens 10, maximal 20 Personen.

Anmeldeschluss

Anmeldeschluss ist der 1.7.2019 (zwei Monate vor Reisebeginn).

Es empfiehlt sich eine frühzeitige Anmeldung, da diese Reise in den letzten Jahren immer ausgebucht war.

Weitere Informationen, Fragen...

Fragen zum Programm, Ablauf und Organisation der Bildungsreise beantwortet:

Roland Vossebrecker (02204 / 25819)
vossebrecker@bildungswerk-ks.de

 

 

Aktuelles

Bildungsreise Lodz (Getto Litzmannstadt, Vernichtungslager Kulmhof):

30.8. - 3.9.2019

 

Bildungsreise

Annäherung an Auschwitz 2019:

10. - 14. Mai

 

siehe unter:

Holocaust Bildungsarbeit